Analog vs. Digital

Seit einigen Jahren unterliegt die Analog-Fotografie einer Renaissance.
Hört man sich in der Community um, so gibt es viele, die in diese Art von Fotografie (wieder-) einsteigen.
Aber warum ist das so?

Ich denke, dass man sich einfach an der „cleanen“ und oft überschärften Darstellung der digitalen Bildern satt gesehen hat.
Tagtäglich werden tausende Bilder weltweit auf Flickr, Facebook, Instagram & Co. hochgeladen. Das Abheben von der Masse ist somit so gut wie unmöglich.
Es bedarf einen großen Zufall oder Glück, wenn die eigenen Kunstwerke auf Aufmerksamkeit stoßen und diese den Betrachter in den Bann ziehen.

Ein weiterer Punkt ist, dass es oft an Authentizität und Einzigartigkeit der Bildern fehlt. Die fotografische Qualität lässt doch sehr zu wünschen übrig. Sehr oft werden irgendwelche Filter auf die Fotos angewendet, um das technische Manko zu vertuschen.
Die Bilder werden dementsprechend nur geliked bzw. für toll befunden, weil man den Fotografen kennt und er einem sympathisch ist.

Ist das aber der Sinn der Fotografie? Soll nicht das Foto an sich bewertet werden? Steht nicht die Fotografie im Vordergrund?
Hier kommt nun der Vergleich analog vs. digital ins Spiel. Beide Arten haben einen gewissen Stil, der unverkennbar und einzigartig ist.

Welche Vorteile gibt es aber nun für diese beiden Kontrahenten?

 

Vorteil Analog:
  • Man kann je nach Film einen ganz speziellen Look erzeugen. Im Fokus steht das Korn oder auch Grain genannt. Darüber hinaus hat jeder Film einen eigenen Farbcharakter. Es gibt welche, die speziell die Hauttöne bei Portraits natürlich darstellen. Andere wiederum sind für den Lomo bzw. Cross-Prozess-Look bestens geeignet.
  • Es wird die Fotografie „entschleunigt“. Z.B. bei einem 120er Rollfilm stehen in der Regel 12 Bilder pro Film zur Verfügung. Hier überlegt man doch lieber 2x, ob man auf den Auslöser drückt oder nicht. Die Zeit wird dann mehr in die Komposition des Fotos investiert. Auch was im Endeffekt die Kosten für einen Film, Entwicklung und die Abzüge betrifft, hat hierzu natürlich einen Einfluss.
  • Die Anschaffungskosten einer analogen Kamera liegen im Durchschnitt weit unter einer neuen digitalen Spiegelreflexkamera. Vorausgesetzt man möchte sich nicht gleich eine hochpreisige Analogkamera wie eine Leica, etc. zulegen. Allerdings muss aber beachtet werden, dass man bei der Analogfotografie noch mit weiteren Kosten wie schon oben angesprochen rechnen muss. Möchte man aber nur spezielle Projekte mit dieser Art von Fotografie umsetzen, so halten diese sich im überschaubaren Rahmen.
  • Es wird das persönliche Verständnis für Blende, Verschlusszeit und ISO gefördert. Bei den meisten Analogkameras hat man nur einen manuellen Einstellungsmodus zur Verfügung. D.h. jeder Parameter und auch oft der Fokus muss händisch eingestellt werden.
  • Man investiert mehr Zeit in die eigentliche Fotografie, anstatt vor dem Computer zu sitzen und die Bilder bis auf den letzten Pixel zu optimieren.
Vorteil Digital:
  • Kosten für ein Bild. Einmal die Speicherkarte gekauft und man kann eine Vielzahl an Bildern schießen, ohne an die Folgekosten denken zu müssen. Gefällt ein Bild nicht, so wird es wieder gelöscht. Kosten=null.
  • Einfache Bedienung der Kamera. Generell haben digitale Kameras einen Automatikmodus. Hier muss man nur durch den Sucher schauen und auf den Auslöser drücken, Verschlusszeit, Blende und auch bei Bedarf ISO wird vollautomatisch eingestellt. Je nach Licht- bzw. Aufnahmesituation. Ist natürlich für den Einstieg in die Fotografie äußerst hilfreich. Man kann sich mit diesem Automatismus rein auf die Komposition des Bildes konzentrieren.
  • Evtl. Belichtungsfehler können später in den Bildbearbeitungsprogramme zum größten Teil korrigiert werden. Vor allem wenn man im RAW-Modus fotografiert hat das Bild eine Unmenge an Informationen zur Verfügung, um die Korrektur ohne Qualitätsverluste durchzuführen.
  • Es stehen einem eine Unmenge an Filter und Bearbeitungsprogramme zur Verfügung. Hierbei sind der Fantasie fast keine Grenzen gesetzt. Von der o.g. einfachen Bildkorrektur bis hin zur Beautyretusche oder einem Composing ist so gut wie alles möglich.
  • Digitale Bilder können relativ einfach auf sämtliche Plattformen veröffentlicht werden. Ich spreche hier rein vom eigentlichen „Workflow“, um das Bild vom Computer ins Netz zu laden. Ob nicht gerade durch diesen einfachen Prozess die Überflutung an mehr oder weniger interessanten Bildern verantwortlich und dadurch einer der größten Nachteile der digitalen Fotografie ist, möchte ich hier mal so im Raum stehen lassen 😉
Fazit:

Der Vorteil des Einen ist natürlich der Nachteil des Anderen.
Ob man sich für die digitale oder doch lieber für die analoge Fotografie entscheiden soll, ist jedem persönlich überlassen.
Evtl. eine Kombination aus Beidem ist für die persönliche Entwicklung von Vorteil.

Ich für meinen Teil halte es so, dass ich nur für spezielle Projekte analog fotografiere. Digital wird weiterhin mein bewusster Standard bleiben. Was heißt „bewusst“? Ganz einfach: Ich übernehme die Erfahrung aus der Analogfotografie mit in die Digitalfotografie. Bevor ich auf den Auslöser drücke überlege ich mir kurz, ob genau diese Komposition und die Belichtung, die ich gewählt habe die ist, was ich für mein Foto und deren Aussage möchte.

Die Zeiten, an denen ich stundenlang die Bilder am Rechner bearbeitet habe, sind vorbei. ich gehe da lieber raus und gehe FOTOGRAFIEREN.

In diesem Sinne wünsche ich Euch gut Licht…egal ob Ihr digital oder analog unterwegs seit.


 

Vielen Dank für ein like
Analog vs. Digital
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