Was bringt mich als Fotograf weiter?

Ist man ambitionierter Hobbyfotograf oder betreibt die Fotografie als (Neben-) Beruf, so unterliegt man doch ständig einem gewissen Zwang, immer kreativ zu sein.
Irgendwie ist es die eigene Motivation, die einen antreibt, oder sind es evtl. immer ausgefallenere Kundenwünsche, die es umzusetzen gilt. Was heute „up-to-date“ ist, gilt morgen schon zum Teil wieder als veraltet und nicht mehr „hip“.
Hat man irgendwann mal mit der Fotografie angefangen, so ist man mit viel Spaß bei der Sache. Natürlich verfestigt sich diese Erfahrung mit der Zeit und man verbessert sich ständig.

Sei es, ob man die Technik der Kamera effektiver einsetzt oder ob es gewisse Aufnahmetechniken (z.B. HDR) sind, die man sich mühsam beigebracht hat. Der Fortschritt merkt man eindeutig und verliert auch so nicht die Motivation weiter zu machen. Die Erfolgskurs zeigt eindeutig nach oben.

Aber was ist, wenn eine gewisse Zeit vergangen ist und die persönliche Entwicklung bzw. der Erfahrungsschatz in einem gewissen Maße gesättigt ist?
Man hat zwar ein gewissen Niveau erreicht, aber es geht einfach nicht mehr weiter. Frustration breitet sich aus und die Lust am Fotografieren geht verloren.

 

Was kann man dagegen tun?

 

  1. Eine neue Aufnahmetechnik lernen.
    Hat man z.B. mit der digitalen Fotografie einmal angefangen so liegt bei dieser Alternative nah, dass man sich mit der analogen Fotografie beschäftig. Dieser Bereich unterscheidet sich stark von seinem digitalen Pendant.
    Bei der analogen Fotografie muss man zum größten Teil alle Kameraeinstellungen (Belichtung, Blende, ISO, Fokus) von Hand einstellen. Eine Automatik ist vor allem bei älteren Kameramodellen so gut wie nicht vorhanden.
    Auch die Herangehensweise beim Fotografieren ist anders. Man drückt bewusster auf den Auslöser, Es stehen im Idealfall beim Kleinbild 36 Bilder pro Film zur Verfügung und beim Mittelformat in der Regel 12 Bilder pro Film. Hier kann man wirklich schön lernen, dass man erst darüber nachdenkt, ob die Bildgestaltung genau so ist, wie man es sich vorstellt. Und dann kommt erst der Klick auf den Auslöser.
    Das Aufnehmen mit der analogen Kamera ist nur der erste Schritt, den man neu erlernen kann.
    Nun ist es auch noch möglich, dass man sich seine Negative selbst einscannt. Hier ist allerdings ein spezieller Scanner notwendig. Danach kann man die eingescannten Bilder auf dem eignen Drucker ausdrucken. Auch dies erfordert eine gewisse Lernkurve, wie man die Bilder scannt, evtl. nachbearbeitet und ausdruckt.
    Zu guter letzt kann man noch die Entwicklung des Films selbst in die Hand nehmen. Hierzu ist keine eigene Dunkelkammer notwendig. Es gibt jede Menge tools, um den gesamten Entwicklungsprozess auch in den heimischen vier Wänden zu realisieren.
    Somit hat man den kompletten Workflow der analogen Fotografie erschlagen.
  2. Ein neues Thema lernen.
    Wie wäre es man mit einer komplett anderen Art, die man noch nicht fotografisch betrachtet hat?
    Als Beispiel kann ich hierbei die abstrakte Fotografie nennen. Oder warum nicht mal ein HDR (high dynamic range) probieren?!?
    Zu diesen genannten Fotografiesparten gibt es auch jede Menge Literatur oder Informationen im WWW, die ein Selbststudium erleichtern.
  3. Fotoclub beitreten.
    Wenn Du Glück hast, gibt es evtl. in Deiner Stadt oder Nähe einen Fotoclub, dem Du beitreten kannst. Hierbei lernt man Gleichgesinnte und kann sich u.a. auch neue Inspirationen holen.
  4. Fotoworkshops besuchen.
    Wenn Du Dich für ein spezielles Thema interessierst ist dies eine gute Möglichkeit, Dein Wissen zu erweitern. Auch hier kann man schön „netzwerken“ und sich von den anderen Fotografen inspirieren lassen.
  5. Fotoausstellungen besuchen.
    Erkundige Dich mal, ob es in Deiner Nähe evtl. Fotoausstellungen gibt, die Du besuchen kannst. Hier kann man in Ruhe durchschlendern und die Fotoarbeiten der Künstler betrachte. Evtl. gibt dies eine Initialzündung für Dein nächstes Fotoprojekt.
  6. An Fotowalks teilnehmen.
    Des Öfteren werden in bestimmen Städte Fotowalks veranstaltet. Diese sind meist durch einheimische Fotografien bzw. Fotoclubs organisiert. Auch hier gibt es die Möglichkeit für den kreativen Austausch.
    Ein bekannter hierfür wäre z.B. drink and click.
  7.  Ein anderes, kreatives Hobby erlernen.
    Fange doch an, ein Instrument zu spielen, das Du schon immer erlernen wolltest. Oder fange an zu malen. Durch dieses neue kreative Hobby bekommt man Abstand zur Fotografie. Man versucht nicht schon fast zwanghaft kreativ zu sein, sondern ist primär auf sein neues Hobby und deren Anforderungen konzentriert.
    Somit sind gewisse Areale des menschlichen Gehirns mit etwas komplett Neuem beschäftigt. Es werden neue Verknüpfungen erstellt, die die Kreativität fördern.

Einige dieser Varianten hatte ich schon selbst probiert und war damit erfolgreich.
Es gehört natürlich auch eine gewisse Motivation und Ehrgeiz dazu, um den einen oder andren Punkt zu realisieren. Ohne dies ist es nicht möglich, sich persönlich in seinem kreativen Hobby weiter zu entwickeln.

Sicherlich kann diese Liste noch fortgesetzt werden. Vielleicht warst Du auch schon in der Lage und konntest Dir wieder einen kreativen Schub geben. Was war es? Was hat Deinen Erfahrungsschatz erweitert? Ist es ein Punkt aus der Liste oder etwas ganz anderes? Würde mich freuen, wenn Du es hier kurz schildern könntest.

In diesem Sinne: Immer schön kreativ bleiben ?


 

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